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Top-Künstler

YellowKorner präsentiert Ihnen seine Auswahl an wichtigen Künstlern, die uns immer wieder mit ihrem Talent in Staunen versetzen. Von Laurent Baheux bis Bernhard Hartmann, über Lee Jeffries , Ludwig Favre, Formento + Formento oder auch Matthieu Ricard, jeder von ihnen nimmt uns mit in seine einzigartige Welt. Lassen Sie sich berauschen von den Emotionen ihrer Fotografien voller Geschichten.

Laurent Baheux

Der beste Freund der Wildtiere

Zunächst fühlte sich Laurent Baheux vom Journalismus und Zeitungsredaktion angezogen, entdeckt jedoch schnell seine Leidenschaft für Tierfotografie. Seit jeher ist er von Afrika fasziniert und beginnt 2002 bei einem Aufenthalt in Tansania eine persönliche Arbeit zur wilden Fauna.

Bereits hier wählt er Schwarz-weiß und die dadurch hervorgehobenen Schattenspiele, um seltene und vergängliche Naturszenen festzuhalten. Ohne Unterlass versucht er Tiere meisterlich in Szene zu setzen, die Pracht ihrer Posen und die Emotionen ihrer Blicke einzufangen. Der Startpunkt seiner künstlerischen Karriere ist seine Nominierung für den Wildlife Photographer of the Year 2007 in der Kategorie „Kreative Vision der Natur”.

Durch seine grafische und ästhetische Herangehensweise unterscheidet sich das Werk Laurent Baheux von der herkömmlichen Fotografie. Er hebt gekonnt die Natur und die Wildtiere, die seinen Weg kreuzen, hervor, ob es sich dabei um Tiger, Löwen, Giraffen, Elefanten oder auch Zugvögel handelt.




" I feel less danger capturing the intimacy of wild animals than I do living among men."


Laurent Baheux arbeitet mit Nikon-Equipment und häufig mit einem imposanten Teleobjektiv: einem NIKKOR 800 mm f/4. Zusammen mit dem Gehäuse wiegt alles zusammen ca. 6 kg. Er ist es gewohnt aus der Hand zu fotografieren und das Gewicht hindert ihn nicht dabei. Das 800 mm-Objektiv macht dabei eine große Nähe zu den Tieren möglich, ohne sie dabei zu stören.

Die Nachbearbeitung steht bei ihm für Zeit. Er arbeitet langsam und muss seine Bilder « verdauen », bevor er sie entwickelt. Beim Abziehen genügt es ihm meistens an den Kontrasten zu arbeiten, um dichtes Schwarz zu erreichen. Das Foto entsteht also bei der Aufnahme und nicht danach.

BERNHARD HARTMANN

Verborgene Orte zum Vorschein bringen

" I love what is beautiful. The serenity of a beautiful garden and the grave of an architectural monument must provoke the same emotion for the viewer. They must be enchanted through their emotions."





In der Fotoserie „Verlorenes Paradies“ konzentriert sich Bernhard Hartmann auf vergessene Gärten und entfernt sich von den prachtvollen, menschenleeren Innenräumen und zeigt eine Welt unter offenem Himmel. Die melancholischen Bilder von Bernhard Hartmann sind erneut Ergebnis seiner frenetischen, fast besessenen und poetischen Suche, wenn er die verlassenen Orte im Laufe seiner Reisen verewigt. Hier erobert sich die Natur nach und nach ihren Platz zurück, breitet sich in Räumen aus, die von der Zivilisation vergessen scheinen. Sie lehnen sich gegen Zeit und Verfall auf und bieten dem Schweigen nach dem Verschwinden der Menschen einen Platz.

Lee Jeffries

Humanistischer Porträtfotograf

Der aus Großbritannien stammende Lee Jeffries lebt in Manchester und durchstöbert ohne Unterlass die großen westlichen Städte auf der Suche nach den Straßenbewohner, deren Noblesse er gerne aufzeigen möchte.
In einem früheren Leben Buchhalter, wendet sich sein Schicksal 2008 beim London-Marathon als er den Weg einer jungen, in einem Schlafsack eingewickeltenFrau auf Leicester Square kreuzt.
Seine Sicht auf Obdachlose wird durch diese Begegnung vollkommen verändert und Lee Jeffries kann nicht anders als sie zu fotografieren. Diese wunderbare Begegnung bezeichnet den Beginn seines künstlerischen und sozialen Projekts: Die Obdachlosen werden zu seinen einzigen Motiven.
Der Fotografen-Humanist erklärt, dass jedes seiner Bilder Ergebnis eines langen Gesprächs mit jedem fotografierten Menschen ist, ein besonderer Augenblick, der es erlaubt eine besondere Verbindung zu ihnen einzugehen, die auch in ihrem Blick zu spüren ist.
„Die Emotion liegt in den Augen », führt Lee Jeffries aus, dessen majestätische Porträts in Schwarz-weiß es ermöglichen Geld sammeln, um den Obdachlosen zu helfen und von den schwierigen Lebensbedingungen dieser isolierten, vergessenen oder von einem Leben in Leid gezeichneten Menschen zu zeugen.

Matthieu Ricard

Von spirituellen Orten erfüllt

Der buddhistische Mönch und Neurobiologe Matthieu Ricard ist auch Fotograf und teilt mit uns, seit zahlreichen Jahren, die grandiose Schönheit des Himalayas.

Der 1946 geborene Künstler reist 1967 zum ersten Mal nach Indien und trifft bei dieser Gelegenheit bemerkenswerte Meister des tibetischen Buddhismus.
Nachdem er in Tibet und Bhutan gelebt hat, lässt er sich schließlich in Nepal nieder, im Sechen-Kloster und wird 1989 der französische Dolmetscher des Dalai Lama, um den Dialog zwischen Ost und West weiterzuführen.
Ein Leben in dieser Nähe erlaubt es ihm mit seiner Kamera die Meister, die Landschaften und die Bevölkerung dieser isolierten Region der Erde festzuhalten und ein wunderbares Porträt zu schaffen.

Matthieu Ricard ist Autor zahlreicher Foto-Bildbände, wie „L’esprit du Tibet“ („Der Geist Tibets“), „Himalaya bouddhiste, Tibet: Regards de compassion“ („Buddhistischer Himalaya, Tibet: Blicke des Mitgefühls“), „Un voyage immobile“ („Eine unbewegte Reise“), sowie „Moines danseurs du Tibet et Bhoutan: Terre de sérénité“ („Tanzende Mönche in Tibet und Bhutan: Erde der Ruhe“).
Seine Fotografien waren bereits inNew-York, Paris, Perpignan, Winterthur, Stockholm und Hong-Kong in Ausstellungen zu sehen.

" Ich nutze Fotos als Quelle der Hoffnung, die wieder Vertrauen in die menschliche Natur verleiht und unsere Entzückung über die uns umgebende Natur wiederbelebt."

Ludwig Favre

California Dreamin'

" Ich liebe die Städte, die Gerüche, den Lärm, die Atmosphäre, die jedes Mal anders ist, egal ob man sich befindet... Ich liebe die Orte, die eine Seele und eine Geschichte zu erzählen haben. Durch die Vielfalt der Sichtweisen der Fotografie auf den bebauten Raum ermöglicht diese ein Zeugnis der Welt, die wir bewohnen"

Ludwig Favre ist geradezu in amerikanische Landschaften verliebt und hält sie auf eine ihm eigenen, poetischen Weise in einer zeitlosen Stimmung fest.

Als wahrer Globe-trotter sublimiert er die Wirklichkeit durch Licht und besondere Atmosphäre. So verwandeln sich einfache kalifornische Strände, urbane Landschaften und bekannteBauwerke in echte Meisterwerke. Seine Suche richtet sich auf das Gleichgewicht der Elemente, die Ruhe der Stimmungen, aber auch die Dynamik des Lebens, das sich in diesem malerischen Rahmen entwickelt.

Der leidenschaftliche Architektur-Fan verewigt ganz besonders gerne die großen und weitenLandschaften der Vereinigten Staaten. Er schätzt dabei das Licht abends und morgens, das über das Relief streicht, die so genannten Golden Hours, und nicht ohne Nostalgie verleiht er seinen Bildern einen sanften Farbton. Im Süden von Kalifornien, wurde Palm Springs, mitten in der Wüste, zunächst in den 1960er Jahren von Robert Doisneau festgehalten. Diese grüne Oase schmiegt sich in das Coachella-Tal und ist bekannt für seine riesigen Palmen, die breiten und geraden Straßenfluchten mit einer Gebirgskette im Hintergrund.


Welche Botschaft möchten Sie mit Ihrer Arbeit vermitteln?

Dass in einer Welt, in der uns alles entgeht, die Zeit, das Leben, der Tod, das Innehalten und das Teilen der Schönheit dieser Erde etwas besonders Wichtiges ist. Das ist es, dass ich mit meinen Fotos zu tun versuche, eine Emotion, ein Gefühl, Lust zu reisen und zu entdecken zu wecken…

Warum haben Sie sich für Fotografie entschieden?

Als ich kleiner war, hat mein Vater mich an die Fotografie und an das Fotoentwickeln in einer Dunkelkammer herangeführt. Ich fühle mich schon seit meiner Kindheit von der Fotografie und den bewegten Bildern angezogen. Ich hatte immer den Reflex an einen Ort als Bild, Winkeln, Bildwirkung zu denken.

Wo finden Sie Ihre Inspiration?

Ich wurde von Regisseuren wie Ridley Scott geprägt, für seine Arbeit an der Farbe in Blade Runner oder auch von Stanley Kubrick für seine Filme wie Clockwork Orange, 2001 Odyssee im Weltall und Full Metall Jacket und seine Besessenheit von Ansichten in Zentralperspektive mit Fluchtpunkt.

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Formento & Formento

Respektlose Porträts

BJ et Richeille Formento lernten sich 2005 kennen. Der aus Hawaii stammende BJ kommt1999 nach New York, als er 35 Jahre alt ist arbeitet er als Assistent für die größten Fotografen der Zeit: Mary Ellen Mark, Hans Neleman oder auch Annie Leibovitz. Drei Monate nach ihrem Kennenlernen heiraten die beiden und vereinen seitdem ihr Talent für Fotografien, die den Drahtseilakt zwischen kommerziellen Fotografien und Kunst meistern. Auf Grund der letzten Wirtschaftskrise entscheidet sich das BJ et Richeille Formento für persönlichere Werke in der Kollektion „Circumstance“, einer filmisch wirkenden, tragisch-romantischen Darstellung der Zeit. Das Projekt lässt sich gleichermaßen als zynisch, wie betörend beschreiben und erkundet Fragen nach Identität und dem Übergangszustand zwischen Personen und Orten. Die Initiative des Projekts wirkt plötzlich, obwohl das Konzept gut überlegt ist.

Im November 2009 entscheidet sich das Paar Formento dazu die Koffer zu packen und mit den drei Siamkatzen in einem 8 Meter langen Silver Air Stream Wohnwagen auf Reisen zu gehen. Mit diesem futuristisch und dennoch retro anmutenden Gefährt, das typisch für die USA ist, durchqueren sie das Land von Onkel Sam, in einer Art von Flucht nach vorne, ganz wie ihre Modelle, die Richeille in Porträts festhält. Hier beginnt ihre Odyssee, ein Abenteuerroman, eine Art Roadmovie. Mit einem sehr übersichtlichen Budget ist der Plan klar: 5 Monate, 25 Staaten und 50 Frauen. Ihr Ziel ist es dabei nicht nur die Fotografien anzufertigen, sondern auch mit der schmalen Grenze zwischen Merkantilismus und Kunst mit einem erhöhten sozialen Gewissen zu spielen.




Formento & Formento sind bekannt für ihre romantischen und eleganten Fotografien, die in verblichenen Filmszenen die Themen Liebe, Verlangen und die Bürde der Erinnerung erkunden. Ihr Stil zeigt eine Faszination für Stimmung und Texturen, der Sinn des Ortes ist überaus präsent.

Von Amerika, Kuba, Mexiko, Indien und Japan verbinden sie eine glühende Leidenschaft für die Fotografie und das Kino mit einer dauerhaften Liebe für die Menschen.

Was macht Ihre Fotografie einzigartig?

Ich weiß nicht, ob es einzigartig ist, aber die Fotografie hat sich seit dem digitalen Zeitalter sehr verändert. Heutzutage ist jeder Fotograf. Sich in die Fotografie zu verlieben ist eine Sache, sich zu verlieben während man Dinge schafft ist eine andere, sich zu verlieben während man Fotografien schafft wiederum eine andere und die beiden sind uns passiert. Ich glaube, Schönheit geschieht, wenn Menschen, die sich umeinander sorgen Dinge zusammen machen.

Warum haben Sie sich für die Fotografie entschieden?

Weil ich nichts anderes kann! Ich kann nicht malen, ich kann nicht zeichnen und meine Karriere als Sängerin kommt einfach nicht in die Gänge. Scherz beiseite, mein Vater war Amateurfotograf und hat zahlreiche Selfies von seinen 15 Jahren bei der amerikanischen Marine angefertigt, sowie wunderbare Schnappschussporträts meiner Mutter. Ich konnte also sehr schnell den emotionalen Wert der Fotografie verstehen, die Art und Weise wie sie die Menschen miteinander verbindet, diese universelle, nicht gesprochene Sprache und vor allem die Macht, die eine Fotografie über uns hat, um uns ans andere Ende der Welt zu versetzen. Ich liebe die Kraft dieses Mediums, das die Vorstellungskraft inspiriert.

Wo schöpfen Sie Ihre Inspiration?

Die Tagebücher von Edward Weston, dem großen Fotografen des 20. Jahrhunderts. Mehr als fünfzehn Jahre lang hat Edward Weston ein Tagebuch geführt, in dem er versuchte sich selbst, die Gesellschaft und seine Umgebung zu verstehen. Nur sehr selten hat ein Künstler so lebendig, intim und sensibel über sein Leben geschrieben. Ein anderer großer Teil meiner Welt besteht aus den Werken von Duane Michals. Kontemplativ, konfessionell und komisch, die Kunst von Duane Michals übt eine große Anziehungskraft aus, die das konventionelle Publikum der Fotografie überschreitet. Seit Anfang der 1960er Jahre ist Michals über das hinausgegangen, das er als die Grenzen des Fotoapparats bezeichnet: Er schreibt auf die Ränder seiner Abzüge, schafft Bildsequenzen, die die unantastbaren menschlichen Dilemmata erkunden und arbeitet mit poetischen Effekten, die durch technische Fehler, wie doppelte Belichtung und Bewegungsunschärfe, entstehen.